Der legendäre Liedermacher Wolf Biermann hat schon immer polarisiert – bis heute. Seit über 60 Jahren sorgt die poetische Kraft seiner Texte für kleine und große politische Beben. Und so ist die Musik der Ausgangspunkt, sich dieser Jahrhundertpersönlichkeit filmisch zu nähern. Einem Mann, der die Dialektik lebt und lebendig macht, weil er sie auf seine verschmitzte Art sehr ernst nimmt. Er erklärt die Welt, indem er sie unablässig in Frage und gerne auf den Kopf stellt. Und bewahrt dabei Haltung.
Die Kamera begleitet den 90-Jährigen bei der Begegnung mit jungen Künstler*innen, Politiker*innen sowie seiner Familie und verwebt dieses Material mit ikonischen, teils unveröffentlichten Archivaufnahmen. So entsteht ein mitreißendes und sehr persönliches Kaleidoskop eines Lebens, eine einzigartige Biografie eines einzigartigen Menschen. Denn: Mit keinem lebenden Künstler ist deutsch-deutsche Geschichte so eng verbunden wie mit Wolf Biermann
BIERMANN ist ein Dokumentarfilm des Europäischen Filmpreis- und Golden Globe-Gewinners Jens Meurer (AN IMPOSSIBLE PROJECT, SEASIDE SPECIAL) über das Leben und Werk des Dichters und Liedermachers Wolf Biermann. Der Film zeichnet seine Biografie als unmittelbaren und hautnahen Rückblick nach und verbindet persönliche Erinnerungen mit politischer Zeitgeschichte. Im Zentrum stehen Biermanns Herkunft, seine Hinwendung zur Musik, sein Wirken in der DDR, das Kölner Konzert von 1976 und dessen Folgen sowie sein künstlerisches Arbeiten bis in die Gegenwart.
Der Film nähert sich seinem Protagonisten über Musik, Sprache und historische Materialien. Archivaufnahmen, Zeitdokumente sowie Ausschnitte aus dem Kölner Konzert von 1976 und dem Konzert im November 2025 bilden das Rückgrat der Erzählung und machen deutlich, wie eng Biermanns Werk mit den politischen Umbrüchen Deutschlands verbunden ist.
Regie: Jens Meurer / Drehbuch: Dirk Kämper, Jens Meurer, Pamela Biermann / Kamera: Sebastian Ganschow, Bernd Fischer / Schnitt: Antje Lass, Zenon Kristen, Grete Jentzen / Ton: Christian Cvachovec, Rolf Manzei / Produktion: Instant Film / Produzenten: Jens Meurer, Michael Souvignier, Johann Scheerer, Martin Hagemann
Deutschland 2026 / 121 Minuten / DF, OmeU
Zwei neue Alben
Gleich zwei Wolf Biermann Alben sind für diesen Herbst angekündigt: ein Album mit brandneuen Songs, „UNTERM HAAR NUR HIMMEL – ein Lied für diese Frau Freiheit”, sowie eine Zusammenstellung seiner bekanntesten Lieder unter dem Titel „Wolf Biermann”.
Am 11.09.26 erscheint ein Essentials-Album unter dem Titel „Wolf Biermann“ mit den populärsten Liedern – oder wie Biermann selbst sagt: „Dieses Album bündelt etliche Titel, die sich erfolgreich vorgedrängelt haben.“ Versammelt sind darauf Klassiker wie die „Ermutigung“, die zur Freiheits-Hymne für politische Gefangene wurde, die „Ballade vom preußischen Ikarus“ oder „Warte nicht auf beßre Zeiten“, „Die Stasiballade“ und „Der Hugenottenfriedhof“. Neben leiseren wie „Und als wir ans Ufer kamen“, das Lied über die Zerrissenheit unseres Landes, stehen rebellische wie „Die hab ich satt!“. Und natürlich fehlt auch sein „Commandante Che Guevara“ nicht. – Ein Querschnitt durch ein halbes Jahrhundert von Biermanns Schaffen. Das Album erscheint auf CD und Digital sowie als exklusive LP, die ausschließlich via Dussmann erhältlich ist (Label & Verlag: Clouds Hill).
Am 13.11.26 erscheint Wolf Biermanns neues Album „UNTERM HAAR NUR HIMMEL“. 16 neue Songs versammelt Biermann auf dem Album, darunter fünf bislang unveröffentlichte Aufnahmen aus den 1960er-Jahren. Denn die tagespolitischen Themen, wie er anmerkt, haben sich wenig gewandelt: Es geht um Kriege und um echten und falschen Frieden. Der Krieg in Vietnam, der im Iran, der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und den „ewigen Bruderkrieg“ um Israel. „Und weil ich für den Frieden in Freiheit bin, muss ich leider auch für den Krieg sein. Das ist der Krieg, in dem eine Demokratie sich verteidigt gegen die nächste Diktatur“, sagt Biermann. Im Zentrum steht „Frau Freiheit“ – die Freiheit nicht als Göttin oder Allegorie, sondern als ganz normale Frau, „die man in echt lieben und verlieren kann“. Neben der „Moritat von den Liebespaaren“ (u. a. Trump & Putin) und spöttischen Kommentaren zum aktuellen innerdeutschen Streit: „Was Du erinnerst, warst du nicht“, stehen neue Lebens-Bilanzen des fast 90-Jährigen. Mit der türkischen Band Teneke-Trampet singt Biermann die „Ermutigung“ – auf Türkisch und Deutsch. Und erstmals seit dem Verbot 1965 nahm Biermann ein Album nicht zu Hause, sondern in einem Studio auf – im Hamburger Clouds Hill mit Johann Scheerer und seinem Team. Das Album erscheint auf Doppel-LP, CD und Digital (Label & Verlag: Clouds Hill).
Drei neue Bücher
Erstmals öffnet Wolf Biermann sein persönlichstes Archiv: Unter dem Titel »Ihr löscht das Feuer mit Benzin« erscheint im Penguin Verlag der Auftakt einer mehrere Bände umfassenden Edition seiner bisher unveröffentlichten Tagebuchaufzeichnungen.
Wolf Biermann »Ihr löscht das Feuer mit Benzin. Tagebücher. Über Verbot-Ausbürgerung-Mauerfall«; Herausgegeben von Ilko Sascha Kowalczuk; Penguin.
Der neue Gedichtband: »Mit uralten Kinderaugen. Gedichte 2006 – 2026« Penguin. Biermann veröffentlicht neue Gedichte – Texte von hoher Aktualität, nah am Puls der Zeit und in Biermanns einzigartig poetischen Sprache. Persönlich, politisch, zärtlich, humorvoll und zornig zugleich. Ein poetisches Resümee zweier Jahrzehnte.
Das Kinderbuch: »Der kleine Herr Moritz« Tulipan Verlag.
Feiner Witz und große Leichtigkeit zeichnen Biermanns Kinderbuch aus: »Der kleine Herr Moritz« erzählt von der Kraft der Fantasie, der Freiheit und dem Mut, anders zu sein – ein Buch für Kinder und Erwachsene gleichermaßen.
Graphic Novel
Im Splitter Verlag erscheint in diesem Jahr eine Graphic Novel mit dem Titel „So soll es sein“ über das Leben von Wolf Biermann. Als Graphic Novel bezeichnet man einen längeren, in sich abgeschlossenen Comic, der seinen Stoff literarisch und in gezeichneten Bildern erzählt – in diesem Fall Biermanns Biografie. 50 Jahre nach dem legendären Kölner Konzert zeichnen Julian Voloj und Magdalena Adomeit in der ersten Graphic Novel über Wolf Biermann mit Zugriff die Archive das fulminante Leben eines Mannes nach, der mit Musik und Wort gegen eine Diktatur kämpfte und nie aufgehört hat, unbequem zu sein. Mit einem Nachwort von Wolf Biermann.
Mehr Informationen: www.splitter-verlag.de/wolf-biermann-so-soll-es-sein.html
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