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Es gibt diese Vorstellung vom Erwachsensein, die man nur als Kind hat: Erwachsene denken logisch, haben eine Plan, navigieren die gefährlichen Tiefen und Untiefen des Lebens mithilfe vernünftiger Entscheidungen, und vor allem: Sie kennen sich aus. Welch ein Irrtum. Das weiß jeder, der über 20 Jahre alt ist.
Da ist also der verheiratete Familienvater (Devid Striesow), der sich nach seiner völlig überraschenden Kündigung in die maßlos aufregende Geliebte (Edita Malovcic) seines Freundes (Norman Hacker) verschaut. Die wiederum nicht einsieht, wieso sie als Objekt der Begierde das Besitzdenken des Einen beziehungsweise die Midlife-Crisis des Anderen ausbaden soll.
Da ist seine Frau (Silke Bodenbender), eine Ärztin, die sich fragt, warum es bei ihr nie klappt und schon einmal anfängt, die Sachen ihres zukünftigen Exmannes in Kisten zu packen. Seit Monaten hat sie denselben deprimierenden Traum. Und eigentlich würde sie gern seinen Freund küssen.
Da ist ihr Patient, der 14-Jährige, der nach einer dummen Aktion in ein Auto gelaufen ist und seither im künstlichen Koma liegt. Seine Mutter (Gerti Drassl) harrt verzweifelt an seinem Krankenbett aus. Wäre da nicht dieser fremde junge Mann, der ihr zur Seite steht, wäre sie ganz allein.
Da ist der alte Witwer (Otto Schenk), der einmal eine Berühmtheit war und inzwischen einsam und zunehmend vergesslich in seiner Wohnung sitzt. Er kauft Stützstrümpfe, hätte aber lieber eine Pistole. Oder zumindest ein sehr scharfes Rasiermesser. Die Patientenverfügung hat er schon unterschrieben.
Regisseur Michael Kreihsl (HEIMKEHR DER JÄGER), auch für das Drehbuch verantwortlich, hat ein genaues Gefühl für Tempo, Puls und Sound der Stadt. Beobachtet wortlose Blicke, laute Gefühle, Dialoge, die verklingen, die ganz normalen Momentaufnahmen der Großstadt. Jeder lebt für sich allein und doch hängen alle Schicksale zumindest über zwei Ecken zusammen. Mit einer bis in Nebenrollen grandiosen Besetzung (Jana MacKinnon, Christine Ostermayer) teilt er mit Nick Hornby die Erkenntnis, dass es gefährlich wird, wenn Männer Mixtapes basteln (auch wenn das im konkreten Fall eine Gulda-CD ist). In der literarischen Form würde man sagen: Raymond Carver meets Elizabeth Strout. Perfekt!
Text: Julia Pühringer

Regie: Michael Kreihsl / Drehbuch: Michael Kreihsl / Kamera: Reinhold Vorschneider / Schnitt: Andrea Wagner / Ton: Sergey Martynyuk / Ausstattung: Julia Libiseller / Kostüm: Theresa Ebner-Lazek / Produktion: WEGA-Film / Produzenten: Michael Katz, Veit Heiduschka / Mit: Devid Striesow, Silke Bodenbender, Norman Hacker, Edita Malovcic, Otto Schenk, Gerti Drassl, Christine Ostermayer, Jana MacKinnon, Hary Prinz, Francis Okpata

Österreich 2016 / 88 Minuten / 1 : 1,85 / Dolby Digital

Pressestimmen

 

„Mit LIEBE MÖGLICHERWEISE gelingt Regisseur Michael Kreihsl ein zugleich leichtfüßiger wie tiefgründiger Episodenfilm über die vielen Arten zu lieben.“ (SALZBURGER FENSTER)

„Ein sehenswerter Film der kleinen Alltagsbeobachtungen.“ (FALTER)

„Kreihsl berichtet in realistischer Form von jenem ungreifbaren Ding, das wir Leben nennen: ein Film der Ambivalenzen und Widersprüche, geradezu provokant in Szene gesetzt und kühl fotografiert, erstaunlich sicher gespielt von einem konzentrierten Ensemble.“ (PROFIL)

„LIEBE MÖGLICHERWEISE ist ehrlich, beschönigt nichts am Menschen und seinem Verhalten. Zugleich ist der Film aber auch nicht liebloser, defätistischer als es der Lage angemessen wäre. Er ist schlicht wahrhaftig.“ (TIROLER TAGESZEITUNG)

„…Kreihsl liebt seine Figuren und auch ihre Ambivalenz zwischen Glück und Unglück, die er sehr fein dosiert inszeniert.“ (WIENER ZEITUNG)

„Ich finde es wunderbar, wie trocken, sachlich und faktisch Otto Schenk spielen kann. Das ahnte ich bereits aus dem Theater. Ich hoffte, dass es vielleicht gelingen kann seine Sensibilität, fast hätte ich gesagt seine Zärtlichkeit, mit in den Film zu nehmen und gleichzeitig auch seinen bestimmenden und liebevoll grantelnden Ton.“ (Michael Kreihsl im Interview mit der WIENER ZEITUNG)

„Unaufgeregt, unprätentiös und dabei zutiefst stimmig.“ (KRONEN ZEITUNG)

„Der Film fängt dort an, wo die Sprache aufhört, wo geschwiegen, ignoriert, bedrängt, bestraft wird durch Nichttun, durch eine Ohnmacht und Macht.“ (Michael Kreihsl und Devid Striesow im Interview mit dem NEUEM VOLKSBLATT)

„Mit einem sorgfältig zusammengestellten, hochkarätigen Schauspielerensemble inszenierte der österreichische Autor und Regisseur Michael Kreihsl seine feine Abhandlung über das Wesen der Liebe, ihre mannigfaltigen Erscheinungsformen und die unentrinnbare Macht, die sie über uns menschliche Würsteln hat.“ (SKIP)

„Der Streifen widmet sich auf stimmige und unaufdringliche Weise alltäglichen Nöten und Gefühlswirren und ist allein schon wegen Otto Schenk sehenswert.“ (TV MEDIA)

„LIEBE MÖGLICHERWEISE hat episodischen Charakter, den man dank der feinfühligen Dramaturgie von Kreihsls Drehbuch und der schönen Schnitt- und Kameraarbeit fast gar nicht bemerkt.“ (CELLULOID FILMMAGAZIN)

„Ansehnliches und intensives Beziehungsdrama, erstklassig besetzt“ (RAY FILMMAGAZIN)

 

 
Ab 2.12.
im
Kino

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