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SCHOTTENTOR

Regie und Drehbuch: Caspar Pfaundler. Kamera: Peter Roehsler. Schnitt: Caspar Pfaundler. Ton: Bernhard J. Schmid. Ausstattung: Michael Drexler. Kostüm: Isabella Derflinger. Produktion: Nanook Film. Produzent: Caspar Pfaundler. Mit: Gerti Drassl, Claudia Kottal, Michael Masula, David Oberkogler, Hannes Thanheiser, Markus Westphal, u. a. Österreich 2009, 123 Minuten, Farbe, 35 mm/1 : 1,85/Dolby Digital
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SCHOTTENTOR heißt Wiens größte Straßenbahnhaltestelle. Auf den verschiedenen ober- und unterirdischen Ebenen treffen (oder versäumen) sich die sechs Hauptpersonen des Films:
Claudia (Gerti Drassl) arbeitet als Blumenverkäuferin in der Passage. Sie ist eine notorische Zeichnerin und hat den tiefen Wunsch, sich einmal richtig fallen zu lassen - aber wer fängt sie auf? Peter (David Oberkogler), autistisch veranlagt, träumt im Schutz der überdachten Anlage mit offenen Augen, kauft jeden Tag Blumen in einer anderen Farbe und genießt die Fahrten auf den Rolltreppen. Lena (Claudia Kottal), die Regieassistentin, bereitet einen Film in der Passage vor. Sie versucht sich gegen den Regisseur (Michael Masula) aufzulehnen, gleichzeitig fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Simon (Markus Westphal) ist verzweifelt, weil er seinen Lehrauftrag an der nahen Uni verloren hat. Als er Claudia trifft, beginnt er seine Situation anders wahrzunehmen. Der Obdachlose Altmann (Hannes Thanheiser) möchte sich gerne in einem Kino vom Leben verabschieden. Er weiß nur nicht mit welchem Film.
Alle Personen sind ein wenig aus der Spur geraten, stehen daneben, folgen nicht dem "mainstream" der Passanten. Ihre Verlorenheit in der Welt verbindet sie und auch der Strom ihrer Gedanken, der manchmal als innerer Monolog zu hören ist und in ihrer Einsamkeit tröstend wirkt.
"Caspar Pfaundlers in Rotterdam uraufgeführter Spielfilm SCHOTTENTOR spielt über und unter der Erde, in und nahe der Passage. Dabei zeigt das Schottentor sein Talent als Location: Rolltreppen befördern die Darsteller aus allen Richtungen in die Szene, wahlweise gibt es einen Aufzug aus Glas. Mit seinen Stehcafes und Pizzabäckereien, dem Blumenstand und der Trafik ist das Jonasreindl viele Schauplätze in einem: der ideale Begegnungsort. Ein Fleck blauer Himmel, Neonlicht, und abends gleitet warm leuchtend der 43er durchs Bild. Pfaundlers Passagenwerk lüftet sogar ein wohlgehütetes Geheimnis: Endlich sieht man, was hinter den silbern gerippten Aluminiumtüren liegt. Ein schmaler Gang, ein Waschbecken, ein Spiegel. Wasserkübel mit Rosen und Tulpen. Und das erotische Rückzugsgebiet von Blumenfräulein Claudia, gespielt von Gerti Drassl. Mögen andere ihre Krimis und Historienfilme weiter in kopfsteingepflasterten Gässchen drehen. Das Jonasreindl steht für Wien, wie es wirklich ist: schmuddelig, abgerockt. Aber zumindest lebendig." (Maya McKechneay, Falter Enthusiasmuskolumne)
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