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VORSICHT SEHNSUCHT [Les herbes folles]

Regie: Alain Resnais. Drehbuch: Alex Réval, Laurent Herbiet, nach dem Roman 'L'Incident' von Christian Gailly. Kamera: Eric Gautier. Schnitt: Hervé de Luze. Musik: Mark Snow. Ton: Jean-Marie Blondel, Gérard Hardy, Gérard Lamps. Ausstattung: Jacques Saulnier. Kostüm: Jackie Budin. Produktion: F Comme Film, Studio Canal, France 2 Cinéma, Bim Distribuzione. Produzent: Jean-Louis Livi. Mit: Sabine Azéma, André Dussollier, Anne Consigny, Emmanuelle Devos, Mathieu Amalric, Michel Vuillermoz, Edouard Baer, Annie Cordy, Sara Forestier, u. a. Frankreich/Italien 2009, 104 Minuten, Farbe, 35 mm/Cinemascope, DF, OmU
Verleih gefördert vom Media-Programm der Europäischen Union
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Nach einem Schuhkauf wird Marguerite (Sabine Azéma) mitten in Paris die Handtasche entrissen. Ihre Brieftasche findet der Pensionär Georges (André Dussollier). Er beginnt sofort, sich für diese Frau um die 50 zu interessieren, die einen Pilotenschein hat und in einem Pariser Vorort lebt, wo sie mit einer Kollegin (Emmanuelle Devos) eine Zahnarztpraxis leitet. In seiner Phantasie versucht er sich vorzustellen, wie sie lebt, wer sie ist, und er überlegt, um sie kennen zu lernen, ihr die Brieftasche persönlich zu bringen. Schließlich gibt er sie aber doch bei der Polizei ab und hinterlässt dort seine Telefonnummer. Marguerite bedankt sich telefonisch, legt aber keinen Wert auf ein persönliches Treffen, was Georges nur um so mehr dazu bringt, sich ein Bild von ihr zu machen und sich in ihr Leben zu drängen. Der gutbürgerlich situierte Georges wirkt geradezu besessen von dieser unbekannten Frau, auch seine eigene Frau Suzanne (Anne Consigny) und seine erwachsenen Kinder beginnen sich zu wundern. Dann aber kommt es nach einem Kinobesuch doch noch zu einem Treffen von Georges und Marguerite, und obwohl beide sehr lebenserfahrene Menschen sind, geraten die Dinge völlig außer Kontrolle.
Alain Resnais, der Großmeister des französischen Kinos, sucht für seine Beziehungsgeschichten immer neue Erzählformen. In seinem neuesten Werk ließ er sich vom französischen Bestsellerautor Christian Gailly inspirieren. Sabine Azéma und André Dussollier spielen eine zunehmend verrückter werdende Annäherung zweier Menschen im fortgeschrittenen Alter. Menschen, die sich in ihrem Leben längst eingerichtet haben und die eigentlich nichts mehr aus der Bahn werfen sollte. Der ironisch kommentierende Off-Erzähler, die präzis aufeinander abgestimmten, parallelen Handlungsebenen und die lustigen, aber eigentlich tragischen Missverständnisse und psychologischen Verwicklungen machen den Film zu einer altersweisen, aber keineswegs milden Komödie über unerfüllte Wünsche und Lebensentwürfe.
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