HUNDSTAGERegie: Ulrich Seidl. Drehbuch: Ulrich Seidl, Veronika Franz. Mit: Alfred Mrva, Maria Hofstätter, Georg Friedrich, Christine Jirku, Viktor Hennemann, u. a. Österreich 2001, 120 Minuten, Farbe, 35 mm/1 : 1,66
Abende voller Singspiele, Sex und Gewalt, Tage voller Verlust von Liebe, der Sehnsucht nach Liebe und gleichzeitig deren Unmöglichkeit. Ein Wochenende voller alltäglichster Katastrophen. "Endlich ein Aufschwung: Der eine der beiden Filme, dem der Wettbewerb in Venedig den seit Tagen ersehnten Aufschwung verdankt, ist Ulrich Seidls HUNDSTAGE - sehr konkret mit gegenwärtigen Lebensbedingungen befasst. Verkörpert von einem durchweg großartigen Ensemble aus professionellen und nicht professionellen Darstellern, stehen rund ein Dutzend Individuen im Vordergrund, von denen manche eine Geschichte teilen, während andere Passanten bleiben. Die Umgebung (vorstädtische Wohnblöcke, Reihenhaussiedlungen und propere, frei stehende Eigenheime) und das Wetter geben den Handlungsspielraum vor: Die einen braten in der Sonne, die anderen machen die Schotten dicht und ziehen sich in abgedunkelte Innenräume zurück, um dort alltäglichen Verrichtungen nachzugehen, Sex zu haben oder die Zeit totzuschlagen. Dass Seidl einen relativ schonungslosen Film gedreht hat, wird im Kontext seiner bisherigen Arbeiten kaum überraschen. HUNDSTAGE ist ein körperlicher Film, nicht nur, weil er Körper so sehr ins Zentrum rückt, sondern auch, weil er dem Zuschauer über die spürbare, bewegte Präsenz der Kamera quasi doppelt nahe rückt. Seidl stellt sich auf die Seite seiner Figuren und findet Bilder für sie, die neben mancher Entblößung auch eine tiefe Traurigkeit und Schönheit vermitteln." (Isabella Reicher, Der Standard) HUNDSTAGE startet am 18. Jänner 2002. Website zum Film |